Beautyfotografie einfaches Lichtsetup im Studio

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In diesem Blogeintrag möchte ich dir Zeigen, wie du relativ einfach ein tolles Beauty Portrait erstellen kannst. Diese Technik(en) funktionieren auch teilweise im Wohnzimmer bzw. im kleinen Heimstudio. Viel Spaß beim probieren!

Beautyfotografie einfaches Lichtsetup im Studio
Beautyfotografie einfaches Lichtsetup im Studio

Die Grundüberlegung

Ziel bzw. Aufgabenstellung soll es sein, ein Model gleichmäßig von vorne zu beleuchtet und den Hintergrund schön sauber weiß zu gestalten. Das ganze soll mit so wenig Aufwand wie möglich geschehen und trotzdem ein tolles Ergebnis bringen. Gleichmäßiges Licht von vorne bedeutet meist sehr große Lichtformer. Diese sind aber nicht immer Vorhanden. Mit ein bisschen Übung gelingt es dir wirklich sehr schnell ein tolles Ergebnis für dein Model zu schaffen. Diese Aufnahmetechnik verwende ich sehr gerne zu Beginn eines Shootings. Das Model hat hier Zeit, sich an die Shootingumgebung und den Fotografen zu gewöhnen. Außerdem entsteht hier fast immer ein finales Foto. Der Stresspegel für Model und Fotograf sinkt somit schon mal auf ein Minimum.

Das Model

Du benötigst für diese Aufnahme auf jeden Fall ein Model. Egal ob männlich oder weiblich. Diese Art der Aufnahme kommt auch bei Männern sehr gut. Das Model sollte auf jeden Fall schon gutes Make-Up tragen. Kleinere Accessoires wie Halsketten oder Ohrringe passen auch ganz gut. Das Model steht frontal oder leicht gedreht zur Kamera. Je nach Hintergrund und Lichtsetup 20cm bis 1 Meter vom Hintergrund entfernt.

Outfit

Das Outfit kann variabel gewählt werden. Ich verwende sehr gerne Schulterfrei bei Frauen und z.B. Hemden bei Männern.
Schulterfrei bedeutet nicht Nackt!!!
Das wird immer wieder vermutet – ist aber nicht so. Ein trägerloser BH für ein schönes Dekolleté oder einfach die Träger der Kleidung auf die Seite klappen – das war es auch schon. Siehe Foto

Lichtsetup

Für das Lichtsetup gibt es mehrere Möglichkeiten. Angefangen vom Aufsteckblitz bis hin zu mehreren Studioblitzen und Reflektoren.

Beautyfotografie einfaches Lichtsetup im Studio
Beautyfotografie einfaches Lichtsetup im Studio

Hintergrund

Als Hintergrund genügt eine weiße Wand bzw. die Bespannung einer Softbox. Du kannst natürlich auch verschiedene Hintergründe probieren.

1. Lichtsetup Aufsteckblitz

In kleinen Räumlichkeiten kannst du mit dem Aufsteckblitz ein tolles Ergebnis erreichen. Der Aufsteckblitz bleibt auf der Kamera und wird auf die Wand – gegenüber dem Model – gerichtet. Die Blitzleistung wird entsprechend korrigiert – z.B. auf +3. Das Model steht sehr nahe an der Wand bzw. vor dem Hintergrund.

Beautyfotografie einfaches Lichtsetup im Studio Aufsteckblitz
Beautyfotografie einfaches Lichtsetup im Studio Aufsteckblitz

2. Lichtsetup Blitz & Reflektor

Das Model steht vor einer großen Softbox oder Octabox. Groß genug, damit der Kopf bzw. die Schultern des Models davor Platz haben. Zur Aufhellung von vorne wird ein Reflektor eingesetzt. Ob du die silberne oder goldene Reflektorseite verwendest, bleibt dir überlassen. Einfach mal ausprobieren. Mit der Kamera, dem Objektiv, fotografierst du knapp über den Reflektor drüber.

Beautyfotografie einfaches Lichtsetup im Studio Blitz und Reflektor
Beautyfotografie einfaches Lichtsetup im Studio Blitz und Reflektor

3. Lichtsetup mehrere Blitze

Wie hier in diesem Beispiel gezeigt. Der Hauptplitz – Beauty Dish – kommt frontal von steil oben. Ein zweiter Blitz mit Softbox / Striplight kommt von unten um die Kinnschatten aufzuhellen. Ein Blitz beleuchtet den Hintergrund und ist so stark aufgedreht, damit der Hintergrund vollständig weiß wird. Hierfür kannst du z.B. auch Durchlichtschirme oder Reflektorschirme verwenden. Diese sind meistens bei Startersets für Studioblitze dabei.

Beautyfotografie einfaches Lichtsetup im Studio mehrere Blitze
Beautyfotografie einfaches Lichtsetup im Studio mehrere Blitze

Aufnahme

Das Foto wurde mit einer Vollformatkamera bei Blende 13, 1/90 Verschlusszeit und ISO 200 Aufgenommen. Brennweite 90mm.
Du kannst deine Kameraeinstellungen natürlich selbst wählen. Diese Einstellungen können sein – müssen aber nicht.

Hier sollten aber folgende Punkte berücksichtigt werden:
– Das Model sollte sich vollständig im Schärfebereich befinden
– Der Hintergrund kann deutlich Weiß sein, bzw. sogar etwas auf das Model überstrahlen
– Der Bildschnitt kann ruhig etwas enger sein. Ich persönlich mag es sehr gerne, wenn die Stirn angeschnitten ist und das Schlüsselbein bzw. der Busenansatz noch zu sehen sind.
– Das Licht soll gleichmäßig frontal auf das Model fallen, dadurch entstehen keine störenden Schatten.

In allen Fällen ist das Foto leicht überbelichtet – nicht aber zu stark. Das kannst du mit der Belichtungswarnung auf der Kamera oder in Camera RAW kontrollieren. Etwas überbelichtet kommt der Haut gut. Damit bekommst du schon mal sehr viele Unreinheiten weg.

Bildbearbeitung

Was wurde bei diesem Foto bearbeitet:
Die Bildbearbeitung fand hauptsächlich in Adobe Camera RAW / Lightroom statt. Details und Feinheiten wurden mit Adobe Photoshop bearbeitet.

  • Dodge & Burn
  • digitales Make-Up
  • Hautretusche
  • Frequenztrennung
  • fliegende Haare entfernt
  • Farbanpassung
  • Weißabgleich für Haut und Hintergrund

Das Thema Bildbearbeitung ist aber ein anderes Thema… Du kannst natürlich die Bildbearbeitung deutlich detaillierter und genauer machen. Hier soll einfach mal ein mögliches Ergebnis mit einfachen Mitteln gezeigt werden.

Beautyfotografie einfaches Lichtsetup im Studio Das finale Foto
Beautyfotografie einfaches Lichtsetup im Studio Das finale Foto

Beautyfotografie und Retusche video2Brain

In dem Videotraining von video2brain ist alles ausführlich zu diesem Thema erklärt!
Beauty-Workflow für Einsteiger mit Calvin Hollywood 23 Videos (2 Std. 45 min)
Hier bekommen Sie alles, was Sie brauchen, um den Einstieg in die Beauty-Fotografie zu meistern, dazu Tipps und Techniken, die auch erfahrene Beauty-Fotografen weiterbringen. Wichtig dabei: alles Gezeigte kann sofort umgesetzt werden. Der erste Teil konzentriert sich auf die Fotografie. Dazu gehört die Ausleuchtung genauso wie die Planung eines Shootings inklusive der Frage, wie Sie an Models kommen oder warum man mit Make-up-Artists arbeiten sollte. Sie sind live dabei, wenn mehrere Sets mit allem Drum und Dran fotografiert werden. Im zweiten Teil geht es um wichtige Retusche-Techniken, die Sie sofort auf Ihre eigenen Fotos übertragen können.
Das Video-Training richtet sich an Einsteiger und konzentriert sich auf das Wesentliche und alle Inhalte können sofort umgesetzt werden. Sicherlich finden jedoch auch etwas erfahrenere Beauty-Fotografen noch den ein oder anderen Trick.

Die Vorbereitung

Die passende Ausrüstung und ein erfahrenes Team sind wesentliche Grundlagen für schöne Beauty-Porträts. Themen dieses Kapitels sind deshalb die Auswahl von Objektiven, Blitzen, Lichtformern, Model und Makeup-Artist.

Das Shooting

Begleiten Sie Calvin, das Model und die Visagistin ins Studio und sehen Sie ihnen bei der Arbeit mit seinen Lieblings-Sets zu.

Die Nachbearbeitung

Durch eine gekonnte Optimierung in Camera Raw und Photoshop wird aus einem hübschen Gesicht ein perfektes Beauty-Porträt. Calvin demonstriert alle wichtigen Techniken.

[Quelle: video2brain]
Link zum Videotraining: https://www.video2brain.com/de/videotraining/beautyfotografie-und-retusche

Immer diese Nachmacher!

Um mal gleich was klarzustellen! Diese Aufnahme ist von Dezember 2014 – das Videotraining von video2brain wurde am 04.05.2015 veröffentlicht! 🙂

Coaching

Dieses und weitere Themen können gerne in einem Einzelcoaching oder Workshop bearbeitet werden.
bleib kreativ! Workshops und Einzelcoachings

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COMMENTS

  • Matthias via Facebook: Mir sind spontan zwei Punkte aufgefallen… vlt. interessiert es dich da „wink“-Emoticon Das Striplight im „grossen“ Setting tut wenig Gutes sondern führt leider zu unnatürlichen Schatten im Hals-/Schulterbereich (Schlüsselbeine etc.). Hier wäre vlt. ein simpler Reflektor den das Model hält ein besserer Weg (wird häufig so gemacht und fällt „sanfter“ aus als der Blitz von unten. (Ich weiß worauf das Setting hinauslaufen soll und kenne entsprechende Lichtsetzungen … ist nur – gerade für die im Post angesprochene Zielgruppe – keine einfache Sache das gut zu setzen.) Und dann ist da die Empfehlung zur leichten Überbelichtung… stimmt natürlich, dass so sehr leicht eine „reine“ (böse gesagt „weggeblitze“) Haut entsteht. Allerdings sinkt die Intensität der Farben von Make-Up, Haaren etc. deutlich ab (Farben wirken auf uleicht nterbelichteten Fotos stärker) und um diese Dinge geht es bei einem Beauty-Shot ja vordergründig.

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