Farbmanagement

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Manchmal darf man auch gänzlich unkreativ sein, um sich in der Kreativität nicht einschränken zu lassen: Colormanagement

Farbmanagement Kalibrieren
Farbmanagement Kalibrieren

Farbe, ein wesentlicher Schritt in der analogen Fotografie

Heute wird das Thema oft unterschätzt, ja teils sogar belächelt. Wer schon mal seine eigenen Fotos abwechslend auf Monitor, Fernseher, Tablet oder Smartphone angesehen hat wird mir zustimmen: Sieht doch überall etwas anders aus.
Aber was stimmt nun?
Enttäuschend kann auch der Bestellte Abzug ausfallen, wenn die Farben am Papierbild nicht mehr mit jenen am Monitor übereinstimmen.
Nur ganz selten liegt dann die Ursache in der Produktion des Abzuges.

Vorweg: JA, Farbmanagement ist nicht sonderlich kreativ, obwohl manche Geräte in der Interpretation und Wiedergabe der Farbe durchaus als kreativ bezeichnet werden können.

ICC

International Color Committee, also eine Gruppe die vor der digitaisierung der Fotografie die „Farben“ eindeutig digital definiert hat.
Der 8-Bit-Schlüssel ist vielen ein Begriff, er findet sich auch hier wieder: Je Farbkanal (Rot, Grün und Blau) sind somit 256 Tonwertstufen definiert. Zugegeben 256 unterschiedliche Rottöne klingen nicht viel, aber die Kombination aus 256 Rottönen, 256 Grüntönen und 256 Blautönen ergibt 16.777.216 Farbtöne und das ist durchaus ausreichend.

Farbräume

Die beiden häufigsten in der heutigen Fotografie: sRGB und AdobeRGB
Dazu natürlich „Druckerseitig“: CMYK

sRBG (standard-RBG) ist jener, den fast alle aktuellen Displays zu über 98% darstellen können. AdobeRGB kann mehr Farben darstellen als sRGB, beinhaltet aber auch Farben, die das menschliche Auge nicht wahrnehmen kann. Deckt jedoch den CMYK fast vollständig ab, was der sRGB nicht kann.

Ziel

Es geht beim Colormanagement nun also darum, dass Kamera, Monitor und Drucker die jeweils richtigen Farbtöne ausgeben, sofern dies technisch möglich ist. Beim Kalibrieren (Linearisieren beim Drucker) werden also definierte Soll-Farben fotografiert bzw. ausgegeben und mit der tatsächlichen IST-Farbe verglichen und ggf. angeglichen. Dieses Angleichen nennt man dann Profilieren, man kann es auch Korrekturprofil nennen.

Es sind aber nicht alle Geräte in der Lage die SOLL-Vorgaben 100%ig wiederzugeben.

Farbstich

So wie der analoge Film „Kodak Gold“ einen Gelbstich hatte, Fuji etwas ins Grün driftete, haben auch heutige Sensoren einen gewissen Farbstich, oft ins rötliche.
Für sehr viele Anwender kommt es eher auf eine gefällige Farbwiedergabe an, als auf eine 100% korrekte.
Bei Produktaufnahmen, kann sich dies aber schnell ändern, so ist es wichtig schon bei der Aufnahme ein Foto mit zB.: Spyder-Checker im Bild zu machen, die weiteren dann ohne. Das erste dann entsprechend abgleichen und das auf die anderen Fotos ohne der Farbpalette im Bild anwenden. So können die Farben beim aktuellen Lichtsetup neutral wiedergegeben werden.

Monitor

Beim Monitor ist es mehr die Frage ob dieser die Farben darstellen kann (gilt auch für „Grau“!).
Ich selbst vertraue hierbei auf den Marktführer in diesen Belangen: EIZO – Color Edge. Das Kalibrieren und Profilieren überlässt man am besten der Software, nachdem man Helligkeit, Farbtemperatur und Gamma vorgegeben hat („Übliche Einstellungen“ werden vorgeschlagen)

Drucker

Das Linearisieren vom Drucker ist wohl der aufwendigere Teil. Man darf für jede Papiersorte eine Farbkarte ausdrucken und die gedruckten Farben messen. (zB.: Software und Messgeräte von Datacolor). Die Abweichung wird dann in ein ICC-Profil geschrieben.
Mit dem dann ausgewählten Profil, stimmen die Drucke mit dem Monitor überein. Außer man ist dann so kreativ und beleuchtet den Ausdruck mit einer anderen Farbtemparatur 😉

Linktipps

Wer seinen Monitor mal testen will: http://www.eizo.at/support/monitortest.html
Workshoptermine „Colormanagement“ und anderen Themen unter: www.cat-academy.at/home/

Ich hoffe, dass es nicht zu lange und auch nicht zu kurz ist, aber dennoch verständlich, und einen kleinen Überblick gibt.
Wie so oft kann man das ganze ja auch ordentlich vertiefen und vorführen –> Workshop 😉

Autor Ing. Martin Meieregger

Autor Ing. Martin Meieregger
Autor Ing. Martin Meieregger

Selbständiger Fotograf seit 01.05.2013, nach dem Abschluß des Meisterlehrganges. Fotografische Markenauftritte: „MAM-Arts“ und künftig auch „InShot Photography“. Trainer in der Canon Academy. Gesellschafter InShot GmbH mit Vertrieb von aktuell: PRIOLITE, SUN BOUNCE, KINOTEHNIK und NERO-Trigger. http://www.inshotphoto.com/

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