Kreativität kann man nicht aufbrauchen

Eine Amerikanische Ölgesellschaft beauftragte vor einigen Jahren ein Team von Psychologinnen und Psychologen damit herauszufinden, was die kreativen Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung von den weniger kreativen Köpfen unterschied. Nach intensiver, dreimonatiger Untersuchung stellte das Forschungsteam fest, dass der Hauptunterschied zwischen den beiden Mitarbeitergruppen darin bestand, dass die kreativen Personen sich selbst als kreativ einschätzten, während die weniger kreativen das nicht taten.

Da Du diesen Blog liest, können wir mal davon ausgehen, dass Du grundsätzlich zu ersterer Personengruppe gehörst. Denn sonst würdest Du Dich nicht mit diesem Thema beschäftigen. Andererseits gehen vielleicht auch Dir hie und da die Ideen aus, weshalb Du Dir hier Anregungen suchst. Stimmt’s?

Brainstorming for One / Kreativität kann man nicht aufbrauchen von Petra Hennrich
Brainstorming for One / Kreativität kann man nicht aufbrauchen von Petra Hennrich

So bleibst Du kreativ

„Kreativität kann man nicht aufbrauchen. Je mehr man sich ihrer bedient, desto mehr hat man,“ soll die Afroamerikanische Schriftstellerin Maya Angelou einmal gesagt haben. Wie so vieles andere auch können wir unsere Kreativität durch Übung steigern.

Basis des kreativen Handelns ist die Auseinandersetzung mit der Umwelt, aber auch mit der eigenen Person. Kreative Menschen müssen ihr Wahrnehmungsvermögen trainieren und ihre Komfortzone Schritt für Schritt erweitern, um neue Erfahrungen zu machen und neue Eindrücke zu sammeln.

Hier ein paar Anregungen, die Du – auch außerhalb der Photographie – in Deinen Alltag integrieren kannst:

  • Versuche, jeden Tag über irgendetwas erstaunt zu sein.
  • Versuche, mindestens einen Menschen pro Tag in Erstaunen zu versetzen, indem Du etwas Unerwartetes sagst oder tust.
  • Durchbrich Deine Routine: Nimm jeden Tag einen anderen Weg zur Arbeit, benutze andere Verkehrsmittel oder geh zu Fuß.
  • Mach mindestens einmal pro Woche etwas, das Du noch nie gemacht hast und/oder wovor Du Dich ein wenig fürchtest.
    – Besuch als blutiger Anfänger einen Tangokurs für Fortgeschrittene.
    – Trag einen Tag lang ein SuperheldInnen-Kostüm.
    – Bestell bei McDonalds eine Pizza.
  • Lerne etwas Neues! Eine Sprache, eine Sportart, ein Musikinstrument: Jede neue Fähigkeit oder Fertigkeit erweitert Dein Repertoire.
  • Iss einen Tag lang nur Dinge, die rot sind. Am nächsten Tag nur grüne Dinge, dann blaue, gelbe, …
  • Tu einen Tag lang nur Dinge, die mit S anfangen. Wenn nötig, taufe Tätigkeiten um.
  • Lies Fachmagazine zu verschiedensten Themen, auch – oder gerade – wenn Du nicht alles darin verstehst.
  • Egal was Du denkst – denk einmal das Gegenteil.
  • Besuche Ausstellungen und Museen.
  • Leg Deine Lieblingsmusik auf und tanze, bis Du müde wirst.
  • Vergiss nicht, alle Deine Abenteuer auf Photo festzuhalten.

Die Welt mit anderen Augen sehen

Hier noch ein Spezialtipp aus der Welt der Literatur. Künstlerinnen und Künstler haben ja immer schon gerne Decknamen oder Pseudonyme verwendet. Einer, der das Spiel mit den erfundenen Namen besonders weit trieb, war der portugiesische Dichter Fernando Pessoa. Seine über 70 alternativen Namen waren keine bloßen Pseudonyme, es waren so genannte Heteronyme: Alternativ-Ichs mit eigener Biographie, mit eigenen Vorlieben, Abneigungen, Macken und einem ganz eigenen Schreibstil.

Diese erfundenen Persönlichkeiten Pessoas – Ricardo Reis, Álvaro de Campos oder Caeiro, um nur die drei Prominentesten zu nennen – kannten einander und standen in engem Kontakt. Sie schrieben über die Werke der anderen Charaktere und äußerten sich zuweilen auch kritisch über Pessoa selbst. Diese Heteronyme schufen einige der größten Meisterwerke des bedeutendsten Vertreters der portugiesischen Moderne.

Was in der Literatur funktioniert, kann auch in der Photographie nicht schaden. Freilich musst Du dabei nicht ganz so weit gehen wie Pessoa, von dem man heute nicht mehr genau sagen kann, wo das Spiel aufhörte und der Wahn begann. Aber um die Welt mit anderen Augen zu betrachten, ist es durchaus nützlich, die Perspektive dieser „anderen Augen“ durch eine erfundene Persönlichkeit einzunehmen. Wer weiß, vielleicht entwickelt sich daraus ein ganz eigener Stil, den Du wirklich unter einem anderen Namen veröffentlichen willst?

Ich wünsche Dir viel Vergnügen beim „kreativen Spinnen“!

Buch Brainstorming for One

Ist Kreativität … eine Eigenschaft der großen Künstlerinnen und Erfinder? Eine gottgegebene Fähigkeit? Oder reine Spinnerei und „nichts für mich“? Kreatives Denken ist jedem von uns angeboren, sagt Petra Hennrich. Aber es muss systematisch geübt, verbessert und erweitert werden, um verlässlich zur Verfügung zu stehen. Dafür hat sie einfach zu benutzende Werkzeuge zusammengestellt, mit deren Hilfe Sie gewohnte Denkbahnen leichter verlassen und neue Ideen entwickeln können. Ein Kreativitätsseminar in Buchform ist so entstanden, das Sie ausdrücklich einlädt, Neues auszuprobieren und mitzumachen. Denn mit der Kreativität ist es wie mit dem Schwimmen: Es kann zwar ganz nützlich sein, Bücher darüber zu lesen und Wissen anzusammeln, aber wirklich verstehen werden Sie es erst, wenn Sie ins Wasser springen und losstrampeln. [Quelle: Amazon.de]

50 Werkzeuge und Übungen für Ihre Kreativität
Ein Seminar in Buchform
Erschienen am 16. August 2013
224 Seiten, Kartoniert
Format: 17.0 x 24.0 cm
ISBN: 978-3-87387-964-5
Junfermann Verlag, Paderborn
Preis: € 20,50 (AT), € 19,90 (DE)

Autorin Petra Hennrich

Autorin Petra Hennrich
Autorin Petra Hennrich

Petra Hennrich ist systemische Coachin, Trainerin und Autorin. Als „alter Hase“ in der Werbebranche mit über zwanzig Jahren Agenturerfahrung beschäftigt Sie sich seit vielen Jahren mit dem Thema Kreativität. Heute vermittelt sie das so gesammelte Wissen in Einzelcoachings und Seminaren. 2013 erschien Ihr Buch „Brainstorming for One. 50 Werkzeuge und Übungen für Ihre Kreativität.“ (Junfermann Verlag, Paderborn). Darin findest Du noch mehr Anregungen, Tipps und Tricks für Deine Kreativität.

Petra Hennrich Creative Coaching
Lindengasse 14/3/5, 1070 Wien
E-Mail: ph@petrahennrich.at
Web: http://petrahennrich.at
Tel.: +43 660 34 09 471

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