TFP Statement

Weil das Thema TFP ja immer wieder die Gemüter erhitzt und ich als Agenturinhaberin und Ehefrau eines Fotografen ja wirklich alle drei Seiten von TFP Shootings kenne (Sicht des Models, des Fotografen UND der Agentur) würde ich euch gern mal ein paar Gedanken zu dem Thema mitteilen. Vielleicht erübrigt sich ja dann in Zukunft die Eine oder Andere sinnlose Diskussion. Ich hoffe es zumindest. Wir sind uns doch alle einig, dass sowohl Fotograf, als auch Model und Agenturinhaber ein BERUF ist, oder? Das bedeutet auch, dass jeder etwas verdienen möchte. Soviel ist mal klar!

TFP Statement
TFP Statement

Die Fotografen die oft wegen TFP Shootings angefragt werden haben mit vielerlei Problemen zu kämpfen. Entweder ist das „Model“ in Wahrheit alles andere als ein Model – weder optisch noch von der Einstellung her, was die Zusammenarbeit erschwert. Oder es erscheint erst mal gar nicht, oder zu spät, sagt kurzfristig ab oder ist unverschämt. Alles das KANN passieren. (Muss natürlich nicht sein) Der Fotograf investiert aber viel Zeit in die Vorbereitung des Shootings; bemüht sich sein Bestes zu geben beim Shooting selbst und investiert abermals viel Zeit in die Bildbearbeitung. Oftmals ohne richtigem Dank. Natürlich ist er dann frustriert und denkt sich: Dafür hätte das Model eigentlich was zahlen müssen, denn wenn es in ein Fotostudio ginge müsste es auch bezahlen. Das ist die EINE Seite!

Dann gibt es aber noch eine andere Seite! Ein Fotograf hat ein neues Objektiv, eine neue Shootingidee die er umsetzen möchte oder plant einen Workshop für andere Fotografen abzuhalten, für den er pro Teilnehmer nicht mal wenig an Teilnahmegebühren einnimmt. Hierfür braucht er ein Model. Das Model soll hier aber auf TFP arbeiten. Nun argumentiert der Fotograf, das Model bekäme ja Fotos für seine Arbeit. Schön und gut. Aber (speziell bei den Workshops) weiß das Model im Vorhinein NICHT, welcher Fotograf sie shooten wird, ob seine Fotos überhaupt was taugen, etc. Also ein Risiko für das Model und oftmals mit einem Zeitaufwand von 4-8 Stunden verbunden. Anreisekosten kommen natürlich noch extra, die dem Model nicht erstattet werden.

Nun kann es sein, dass das Model sich denkt: Auch egal! Hauptsache ist, ich sammle mal Erfahrungen und kann mich dann mit den Bildern selbst vermarkten. Will das Model mit diesen Fotos dann aber auf Agenturseiten für sich selbst Werbung machen, dann sagt der Fotograf „NEIN“, weil einer Agentur „gönnt“ der Fotograf natürlich keine Fotos. Und WENN, dann sollte die Agentur gefälligst dafür bezahlen.

Nun zur Agenturseite: Wenn ich als Inhaberin 300,- Euro (oder mehr) in die Hand nehme um eines meiner Models shooten zu lassen, warum sollte ich dann so dumm sein und es von irgendwelchen Workshopteilnehmern shooten lassen, dessen Qualifikation gar nicht fest steht? Noch dazu, wo der EINE Fotograf ja dafür Geld von den Teilnehmern bekommt? Und selbst wenn es ein einzelner Fotograf ist, der das Shooting für ein bis zwei Sedcardfotos macht (weil mehr nehmen wir beispielsweise nicht von einem Fotografen für die SC): Wieso sollte dann der Fotograf entscheiden dürfen WAS er schießt, WIE er das Model shootet und was es anhaben sollte?

WENN ich für so ein Shooting viel Geld in die Hand nehme, dann shootet der Fotograf genau DAS was ich im sage. Künstlerische Freiheit? Fehlanzeige! Objektiv oder neue Lichtquelle austesten? Sicher nicht bei meinem Payjob!

Dazu kommt (und hier schließt sich der Kreis zwischen Fotorafen und Agenturen), dass wir mit den selben menschlichen Problemen zu kämpfen haben wie ihr. Auch wir casten Models, schätzen sie als gut oder zumindest ausbaufähig ein und nehmen sie unter Vertrag. Zwei Wochen später hat sich das Model ein Babyhündchen gekauft und ist drauf gekommen, dass es eigentlich doch nicht modeln mag. ^^ (Tatsächlich passiert) Oder es ist voll Feuereifer dabei, macht das Sedcardshooting, besucht NIE einen Workshop und ist dann angefressen, weil es nicht innerhalb von zwei Wochen schon 10 Jobangebote hatte. Also kündigt es wieder!

Okay…. ich habe etwas mehr als 70 Models unter Vertrag. Würde ich nun für jedes Sedcardshooting diese angenommenen € 300,- ausgeben und von diesen 70 Models sind gut 15, die es sich anders überlegen; doch nicht so viel Zeit aufwenden wollen; nicht wussten, dass das ganze wirklich harte Arbeit ist, etc., die danach wieder kündigen. Was dann? Ich hätte dann einen Verlust von € 4.500,- zu verbuchen! (Die restlichen € 16.500,- müssten die anderen Models erst wieder einbringen, ehe die Agentur zumindest kein Minusgeschäft macht!) Nun nennt mir einen vernünftigen Gewerbetreibenden, der so etwas macht!

Viele der großen und sehr bekannten Agenturen verlangen von den Models einen Haufen Geld für den Vertragsabschluss und noch zusätzlich eine Gebühr für das Vermarkten auf der firmeneigenen Homepage. (Und DAS ist die Wahrheit. Ich habe bereits verschiedene Verträge von den so genannten SUPER SERIÖSEN Agenturen gesehen!) Damit ist die Sedcard bereits zwei mal bezahlt und sollte das Model sich als Blindgänger rausstellen, dann ist es nicht weiter schlimm. Weil zumindest kein finanzieller Schaden für die Agentur entsteht. (Ich sehe das völlig wertfrei! Aber das ist EIN Weg als Agentur bestehen zu können.)

Ich will das aber nicht machen! Ich will auch Models bei mir aufnehmen, die vielleicht keinen besonders stabilen finanziellen Background haben und sich diesen Luxus weder leisten können noch wollen. Was hätte ich also Agentur also für Möglichkeiten NICHT fett ins Kontominus zu fahren?

Ich könnte Knebelverträge aufsetzen, die das Model dazu ZWINGT so und so lang bei uns zu bleiben. Anderenfalls würde eine Pönalzahlung anfallen. KÖNNTE ich machen! Tu ich aber nicht! Denn ein unmotiviertes Model ist ein wertloses Model!
Aus diesem Grund werden meine Models von einer Hand voll Fotografen auf TFP Basis geshootet und ja, wir haben die Nutzungsrechte. Wir haben NICHT das Recht die Bilder zu verkaufen! Wir nehmen die Fotos gerne mit dem Wasserzeichen des Fotografen drauf. Und ich denke, das ist FAIR!

Ich kann als Fotograf nicht erwarten, dass ich selbst Honorar von den Models (oder der Agentur) bekomme, wenn ICH aber ein Model brauche, dann muss es gratis arbeiten. Genauso wenig kann ich von einer Agentur erwarten, dass es ein Vermögen in den Wind schießt. Zusätzlich die Models AUSBILDET (Was nutzt dem Fotografen ein Model, das keinen Tau vom Lichteinfall hat und nicht weiß, wie es darauf reagieren soll, was für Posen es einnehmen soll wenn die Sonne in diesem oder jenem Winkel steht? Das sollte ein Profimodel WISSEN!) Und genau dieses Wissen vermitteln wir! Wir fahren durch halb Österreich um unsere Models zu coachen (verrechnen KEIN Fahrtgeld) und arbeiten Stunden über Stunden an der Ausbildung. KOSTENLOS! Und wie viele Stunden die Neukundenaquise braucht, werde ich hier auch nicht extra erwähnen, denn das kann man sich denken. Auch DAFÜR verlangen wir kein Geld.

Meiner Meinung nach, sollte diese Verbissenheit (Jeder gegen Jeden) langsam aber sicher mal vorbei gehen. Wenn ein Fotograf etwas ausprobieren möchte, dann gerne mit einem Agenturmodel auf TFP Basis. Dann profitieren ALLE davon:
Der Fotograf kann sich austoben Das Model kann auf der Agenturhomepage beworben werden Das Model bekommt mehr Erfahrung Der Fotograf bekommt durch die Agenturseite gratis WERBUNG. (Beinahe 5.000 Fb-„Freunde“, 2.500 Fans auf der Fanseite und viele Leute die täglich die Homepage besuchen – eure Fotos mit eurem Wasserzeichen erreichen also mindestens 7.500 Leute) Das wird leider oft vergessen!
Wenn ihr darüber mal nachdenkt (ganz sachlich und ohne unnütze Emotionen) wird euch vielleicht klar werden, dass ein MITEINANDER für alle Beteiligten wesentlich klüger und zielführender ist, als diese unnütze Stutenbissigkeit.

Autorenprofil Doris Skorpik – Inhaberin der Modelagentur Natural WoMen

Autorenprofil Doris Skorpik – Inhaberin der Modelagentur Natural WoMen
Autorenprofil Doris Skorpik – Inhaberin der Modelagentur Natural WoMen

1977 in Wien geboren und aufgewachsen hat Doris Skorpik sich ursprünglich mit Künstlermanagement und Eventmanagement selbständig gemacht. Der Sprung vom Künstler- zum Modelmanagement war dann nicht mehr weit und hat sich mehr durch Zufall ergeben. Der Umstand, dass Doris Skorpik mit dem Fotografen Roman Skorpik – kurz „RoSko Fotografie“ verheiratet ist, ist natürlich ein großes Plus für die Agentur, da verschiedene Betrachtungsweisen bei der Bildauswahl zum Tragen kommen, die sich letztendlich günstig auf das Erscheinungsbild der Sedcards und Portfolios auswirken.
Durch das Künstlermanagement geprägt, hat Skorpik einen anderen Zugang zu ihren Models als andere Agenturen. „Für uns ist das Model wie ein Kunde. Ein Auftraggeber der sich zwecks Management, Coaching, Imagepflege UND seriöse Vermittlung vertrauensvoll in unsere Hände begibt. Wir fühlen uns dem Model gegenüber ebenso verpflichtet wie dem zahlenden Endkunden. Dies danken uns die Models durch Ehrgeiz und Loyalität und das rasche Wachstum der Agentur bestärkt uns, diesen Weg weiter zu gehen.“
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